Artist´s Statement:

Painting with glass is similar to drawing ... it is like the first kiss:quiet, clean, light and it carries within the deepest emotions.
If you like glass, you will love beads, and if you love beads .... hope you will love my Shop ♥


11.10.2017

Zarte Fäden | GlasperlenGeschichten

Immer wieder stolpere ich über diesen alten chinesischen Glauben, dass jeder Mensch mit allen denen er/sie jemals begegnen wird, der ihnen jemals wichtig sein wird, durch unsichtbare rote Fäden verbunden ist.

Der Glaube besagt, dass sich die Fäden dehnen oder verwirren können, aber sie werden niemals brechen.

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Ich war sofort fasziniert von dieser Vorstellung, ich konnte plötzlich all diese winzigen roten Stränge spüren, die sich um mich herum schlängelten.
Die Chinesen glauben, dass sie von Geburt an von uns ausgehen, sobald wir die Welt betreten. Wenn wir älter werden, werden die Fäden mit jedem Jahr enger und bringen uns näher zu den Menschen, deren Leben dazu bestimmt ist, sich irgendwie mit unserem Leben zu verflechten.

Es ist faszinierend, sich die Milliarden von Menschen vorzustellen, alle mit kleinen Fäden um ihren Körper herum, die sich aus ihren Seelen herausdrehen und sie miteinander verbinden, Millionen roter Netze, die sich über und unter kreuzen und sich umeinander wickeln.


 Es gibt einige Fäden, die wir spüren können, die so fest sind, dass ihre Existenz kaum eine sinnliche Übung ist. Das Purpurband das uns an unsere Eltern bindet, an unsere Geschwister, an unsere Großeltern und Tanten und Onkel und Cousins, an unsere Kinder.
Es gibt andere, fast so stark, die uns mit unseren engsten Freunden verbinden, mit den Menschen, die den ganzen Weg mit uns gehen, mit den Menschen, die unsere Gedanken und Handlungen und Gefühle beeinflusst haben. Aber das zu sehen, erfordert keine Vorstellungskraft oder Glauben.

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Magisch sind aber die durchsichtigen Fäden, die hauchdünnen, die sich in Nebel verwandeln, die an unsichtbaren Stellen uns zusammenhalten, die Unglaublichsten, die schwer zu verstehen sind.

Diejenigen, die seit der Geburt da waren, die sich ständig zu Menschen ausbreiten, deren Gesichter wir nicht kennen, deren Stimmen wir nicht erkennen würden, deren Namen nur Buchstaben in einer bestimmten Reihenfolge sind. Zu den Menschen, denen wir noch nicht begegnet sind, zu den Menschen, deren Wege wir noch nicht gekreuzt haben, aber die existieren und uns unbekannt sind.

Es sind die Fäden zu den Seelen, die so zart an uns gebunden sind.

Vielleicht werden sich diese Fäden eines Tages verbinden, vielleicht reisen sie eine Weile zusammen mit uns, um sich dann von uns zu trennen. Oder sie blicken vielleicht nur einen kleinen Augenblick eines Tages in unser Leben. Aber sie sind da draußen und kommen immer näher und enger, jede Minute, jede Sekunde.

Dieser Gedanke macht es mir leicht, mich immer wieder in das Unbekannte zu stürzen. An einem neuen Ort oder in einer neuen Phase meines Lebens ist es wunderbar zu wissen, dass diese Fäden da sind, uns berühren, verändern, zusammenhalten.
Ich fühle mich wie in einem Kokon, beschützt und trotzdem vernetzt.

1 Kommentar:

Ria-Regula hat gesagt…

Liebe Manuela

Eine wunderschöne Vorstellung - die roten Fäden! Und wunderschöne Perlen. Vielen Dank für's Zeigen.

Ria (ehemals PerleRia)